
Titelbild: KI-generiert
Das Wichtigste in Kürze |
|---|
✓ Gäste sehen Ihr Haus oft zuerst im Google-Profil oder auf einem Portal, nicht auf Ihrer Website. Profil, Website und Portale sollten deshalb dieselben Angaben zeigen. |
✓ Für Hotels gelten eigene Profilregeln: keine bearbeitbaren Öffnungszeiten, ein eigenes Profil für ein öffentlich zugängliches Restaurant und kostenlose Buchungslinks, bei denen Klicks nichts kosten. |
✓ Restaurants sollten die vollständige Speisekarte zeigen. Eine Auswahl beliebter Gerichte reicht Google nicht, und der Link zur Speisekarte darf nicht direkt zu einem Lieferdienst führen. |
✓ Booking.com darf Hotels seit November 2024 keine Bestpreisklauseln mehr auferlegen. Das macht die eigene Website als Buchungsweg wieder interessanter, eine Preisempfehlung folgt daraus aber nicht. |
Ein Paar plant ein Wochenende an der Mosel. Es sucht nach einem Weinhotel mit Sauna, vergleicht in der Karte drei Häuser, liest Bewertungen und tippt auf den Preis, der im Profil ganz oben steht. Abends soll es ein Restaurant in Laufweite sein, die Speisekarte sehen sich die beiden auf dem Handy an. Die Websites der Häuser haben sie bis dahin vielleicht nie geöffnet. SEO für Hotels und Gastronomie beginnt deshalb dort, wo Gäste entscheiden: im Profil, in der Karte, beim Preisvergleich und erst danach auf der eigenen Website.
Das Beispiel ist frei erfunden. Wir zeigen, was Google in Hotel- und Restaurantprofilen erlaubt, wie kostenlose Buchungslinks funktionieren, was für Speisekarte, Reservierung und Bestellung gilt, wie Sie mit Portalen und Bewertungen umgehen und was Ihre Website leisten muss. Nach welchen Kriterien Google lokale Ergebnisse grundsätzlich auswählt, erklären wir an anderer Stelle. Stand: 4. Oktober 2026.
Wo entscheiden Gäste, bevor sie Ihre Website sehen?
Oft schon in der Suche selbst: im Unternehmensprofil, in der Karte und beim Preisvergleich der Portale. Bei der Reiseplanung teilen sich Suchmaschinen und Portale die Aufmerksamkeit fast gleichmäßig. In einer Befragung der Agentur Claneo nannten 38 Prozent Suchmaschinen, je 36 Prozent Vergleichs- und Buchungsportale (Quelle: Claneo, State of Search, 2025; 1.000 Befragte in Deutschland über ein Online-Panel, nicht bevölkerungsrepräsentativ).
Wie am Ende gebucht wird, zeigt eine andere Quelle. In der Hotelbefragung des Branchenverbands HOTREC entfielen in Deutschland 59,7 Prozent der Übernachtungen auf Direktbuchungen und 31,9 Prozent auf Online-Reisebüros. Von diesen Buchungen über Online-Reisebüros gingen 70,5 Prozent an Booking Holdings (Quelle: HOTREC, European Hotel Distribution Study, 2026). Die Werte beruhen auf Selbstauskünften von 348 Hotels aus Deutschland für das Jahr 2025 und sind nicht gewichtet.
Der Druck auf jede Buchung ist real. 2025 gab es in Deutschland rund 497 Millionen Gästeübernachtungen, so viele wie nie. In der Hotellerie mit Hotels, Gasthöfen und Pensionen lag die Zahl aber 0,4 Prozent unter dem Vorjahr (Quelle: Destatis, 2026; Betriebe ab zehn Schlafgelegenheiten). Der Umsatz im Gastgewerbe lag 2025 real 2,1 Prozent unter dem Vorjahr und nominal 1,4 Prozent darüber, in der Gastronomie real 2,2 Prozent darunter (Quelle: Destatis, 2026).
Wie viele Häuser um diese Gäste konkurrieren, lässt sich nur ungefähr sagen. Der DEHOGA nennt auf Basis der amtlichen Umsatzsteuerstatistik rund 206.000 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen im Gastgewerbe für 2024 (Quelle: DEHOGA, 2026). Gezählt werden Unternehmen, nicht einzelne Betriebe, und die Werte sind eine Aufbereitung des Verbands. Aus unserer Sicht folgt aus all dem vor allem eines: Wer real weniger umsetzt, profitiert von jeder Buchung und jedem Tisch, für die keine Provision anfällt.
Was gehört ins Hotelprofil bei Google, und was nicht?
Ausstattung, Leistungen, Fotos und Buchungswege gehören hinein, Öffnungszeiten und die Kategorie „Restaurant“ nicht. Für Hotels gelten bei Google eigene Regeln:
Öffnungszeiten: Hotels können sie nicht bearbeiten, weil Google davon ausgeht, dass sie für ihre Gäste rund um die Uhr geöffnet sind.
Restaurant, Bar oder Spa im Haus: Stehen sie auch Menschen offen, die nicht im Hotel wohnen, dürfen sie ein eigenes Profil haben. Das Hotel selbst soll „Restaurant“ nicht als Kategorie führen.
Ausstattung: Mit bestätigtem Profil pflegen Sie Leistungen und Ausstattung im Bereich „Informationen zum Hotel“. Über den Tabellen-Upload geht das laut Google derzeit nicht.
Fotos: Google empfiehlt mindestens drei Fotos der beliebtesten Zimmer und mindestens eines je Gemeinschaftsbereich.
Grundlage sind die Google-Hilfe für Hotels, die Richtlinien für Unternehmensprofile und die Hilfe zu Fotos (Quelle: Google, 2026). Die deutschen Hilfeseiten sind teils maschinell übersetzt, im Zweifel gilt die englische Fassung.
Google sammelt Ausstattungsangaben nicht nur bei Ihnen. Sie stammen laut Google von Hoteliers und Hotel-Websites, von Drittanbietern, aus eigener Recherche und aus Rückmeldungen von Nutzern (Quelle: Google-Reisehilfe, 2026). Steht auf Ihrer Website „Sauna“, auf einem Portal „Wellnessbereich geschlossen“ und im Profil gar nichts, muss Google zwischen widersprüchlichen Angaben wählen. Eine aktuelle Ausstattungsseite auf der eigenen Website ist aus unserer Sicht deshalb kein Beiwerk, sondern Datenpflege.
Auch Bewertungen kommen aus mehreren Quellen. Im Hotelprofil zeigt Google lizenzierte Bewertungen von Drittanbietern, filtert sie nicht zusätzlich und prüft sie nicht. Die Sterne-Zusammenfassung enthält nur Bewertungen von Google-Nutzern, Zusammenfassungen zu Themen wie Zimmer, Service oder Lage liefert der Anbieter TrustYou. Fehler in Bewertungen von Drittanbietern korrigieren Sie beim jeweiligen Anbieter, nicht bei Google (Quelle: Google Hotel Center Hilfe, 2026).

Wie funktionieren kostenlose Buchungslinks?
Über sie kann Ihr Haus mit Preis und eigenem Buchungslink im Profil erscheinen, und Klicks darauf kosten Sie nichts. Preise und Buchungslinks im Hotelprofil stammen laut Google aus Hotel Ads und aus kostenlosen Buchungslinks. Hotels mit einem Reservierungssystem sind womöglich schon über ihren Anbieter mit Google verbunden (Quelle: Google Hotel Center Hilfe, 2026).
Ein besseres Placement lässt sich nicht kaufen. Google nennt als Signale die Präferenz der Nutzer, den Wert des Angebots, die Qualität der Zielseite und wie genau die übermittelten Preise in der Vergangenheit waren (Quelle: Google Hotel Center Hilfe, 2026).
Damit wird Ihre Buchungsseite Teil der Sichtbarkeit. Aus unserer Sicht zielen zwei dieser Signale auf typische Schwachstellen einer Buchungsstrecke: eine Zielseite, die auf der Startseite statt beim gewählten Zimmer landet, und Preise, die nach dem Klick plötzlich anders sind als im Profil.
In der HOTREC-Studie gaben 83 Prozent der angebundenen Hotels in Europa an, Google Hotel Ads zu nutzen (Quelle: HOTREC, 2026). Ob und in welcher Form kostenlose Buchungslinks für Ihr Haus verfügbar sind, nennt Google nicht für einzelne Länder. Das klären Sie am besten mit dem Anbieter Ihrer Buchungsmaschine. Gemeinschaftszimmer, Teile von Häusern und Peer-to-Peer-Vermietungen lassen sich laut Google derzeit nicht integrieren.
Was gilt im Restaurantprofil für Speisekarte, Reservierung und Bestellung?
Google will die vollständige Speisekarte, und für Links von Drittanbietern gelten eigene Regeln. Diese Punkte prüfen wir bei Restaurants zuerst:
Element | Was Google vorgibt | Typischer Befund |
|---|---|---|
Speisekarte im Profil | Eintrag über den Menüeditor, sichtbar nach 24 bis 48 Stunden. Google kann die Karte auch von Ihrer Website übernehmen. | Profil und Website zeigen unterschiedliche Gerichte oder Preise |
Auszüge | Karten, die nur „beliebte Gerichte“ zeigen, sollen nicht eingereicht werden | Im Profil stehen fünf Klassiker statt der Karte |
Link zur Speisekarte | Darf nicht direkt zu einem Bestell- oder Lieferdienst eines Drittanbieters führen | Der Link zeigt auf eine Lieferplattform |
Bestell- und Reservierungslinks | Drittanbieter mit angegebener Geschäftsbeziehung erscheinen automatisch. Auf Ihre Anfrage müssen sie ihre Links binnen fünf Arbeitstagen entfernen. | Ehemalige Partner stehen weiter im Profil |
Fotos | Empfohlen sind mindestens drei Fotos von Speisen und Getränken | Nur eine Außenansicht |
Grundlage sind die Google-Hilfen zur Speisekarte, zu Links von Drittanbietern und zu Reservierungen sowie die Richtlinien für Unternehmensprofile (Quelle: Google, 2026).
Reservierungen über Google können Geld kosten. Bucht ein Gast über Google, erhebt Ihr Reservierungsanbieter laut Google möglicherweise Gebühren. Es lohnt sich deshalb zu wissen, welche Partner in Ihrem Profil auftauchen und zu welchen Konditionen.
Die Karte gehört aus unserer Sicht außerdem als Text auf Ihre Website, nicht nur als Foto oder Datei. Google kann sie von dort übernehmen, und wer nach einem bestimmten Gericht oder einer vegetarischen Auswahl sucht, findet die Antwort. Für ein Restaurant im Hotel, das auch Gäste von außen bewirtet, ist ein eigenes Profil mit eigener Karte und eigenen Öffnungszeiten aus unserer Sicht der naheliegende Weg, mit Mittagstisch oder Abendkarte in Google Maps aufzutauchen.

Wie gehen Sie mit Buchungsportalen und Bewertungen um?
Portale bleiben ein wichtiger Kanal, doch Booking.com darf Ihnen keine Bestpreisklausel mehr auferlegen. Die Entwicklung in drei Schritten:
Jahr | Entscheidung | Kern |
|---|---|---|
2021 | Die enge Bestpreisklausel von Booking.com war kartellrechtswidrig. Sie hatte Hotels untersagt, Zimmer auf der eigenen Website günstiger oder zu besseren Konditionen anzubieten. Der Fall betraf die bis Februar 2016 verwendete Klausel. | |
2024 | Bestpreisklauseln gelten nach EU-Wettbewerbsrecht grundsätzlich nicht als Nebenabreden. | |
2024 | Booking.com ist seit Mai 2024 Gatekeeper. Paritätsklauseln sind danach verboten, die Pflichten gelten seit dem 14. November 2024. |
Wie Sie Ihre Preise gestalten, ist eine unternehmerische und im Zweifel rechtliche Frage. Dies ist keine Rechtsberatung. Für die Sichtbarkeit zählt: Ihre Website kann wieder ein vollwertiger Buchungsweg sein, und im Profil stehen Preise aus mehreren Quellen nebeneinander.
Bei Bewertungen ohne Gästekontakt muss das Portal prüfen. Der BGH hat 2022 für ein Hotelbewertungsportal entschieden, dass die Rüge des Hotels, einer Bewertung liege kein Gästekontakt zugrunde, grundsätzlich ausreicht, um Prüfpflichten des Portals auszulösen. Eine nähere Begründung ist dafür grundsätzlich nicht nötig (Quelle: BGH, VI ZR 1244/20, 2022).
Bei den eigenen Gästen dürfen Sie um eine Bewertung bitten, beim Check-out ebenso wie mit der Rechnung. Ein Getränk aufs Haus oder ein Rabatt auf den nächsten Aufenthalt als Gegenleistung ist bei Google dagegen nicht erlaubt, und auch die Bitte darf nicht nur an Gäste gehen, die sich gerade zufrieden gezeigt haben (Quelle: Google-Richtlinie für Beiträge auf Maps, 2026). Gefälschte Bewertungen zu bestellen, ist nach Nr. 23c im Anhang des UWG immer unzulässig. Und wer Gästestimmen auf der eigenen Website zeigt, muss nach § 5b Abs. 3 UWG sagen, ob und wie er ihre Echtheit sicherstellt.
Was muss die Website eines Hotels oder Restaurants leisten?
Sie muss die Angaben aus Profil und Portalen bestätigen und den direkten Weg zur Buchung oder Reservierung leicht machen. Diese Befunde zeigen, dass sie das nicht tut:
Eine Bildergalerie statt Zimmerseiten. Gäste erfahren weder Größe noch Ausstattung je Kategorie, und der Buchungslink führt zur Startseite der Buchungsmaschine.
Ausstattung, die nicht zum Profil passt: Parkplatz, Haustiere, Barrierefreiheit oder Sauna stehen hier anders als dort.
Die Speisekarte als Foto vom letzten Herbst. Preise und Gerichte passen nicht mehr zu dem, was im Profil steht.
Keine Seiten für Anlässe wie Tagungen, Hochzeiten, Feiern oder Mittagstisch, obwohl Sie das anbieten.
Sprachversionen ohne eigene Adresse. Google empfiehlt eine eigene URL je Sprache und rät davon ab, Besucher automatisch nach Sprache umzuleiten (Quelle: Google Search Central, 2025).
Für KI-Antworten gilt dieselbe Grundlage. Seit Oktober 2025 gibt es in Deutschland zudem den KI-Modus der Google Suche (Quelle: Google, 2025). Wer dort oder in ChatGPT nach einem ruhigen Hotel mit Sauna oder einem Restaurant mit vegetarischer Karte fragt, bekommt eine Antwort, die auf Angaben im Netz beruht. Welche Quellen dabei zählen, beschreibt unser Leitfaden GEO für Gastronomie und Hotels.
Wir beginnen mit unserem Audit. Wir vergleichen, was Profil, Portale und Website über Ihr Haus sagen, prüfen Buchungsstrecke und Speisekarte und sehen in der Search Console nach, mit welchen Suchen Gäste Sie heute finden. Lesezugriff auf Ihre Search Console reicht uns dafür, und den Festpreis nennen wir Ihnen, bevor Sie beauftragen. Wie Google lokale Ergebnisse auswählt, erklärt unsere Seite zur Local SEO Agentur. Welche Kostenmodelle es für SEO gibt, steht unter SEO Agentur Kosten.

FAQ: SEO für Hotels und Gastronomie
Kann ich im Hotelprofil Öffnungszeiten angeben? Nein. Google geht davon aus, dass Hotels für ihre Gäste rund um die Uhr geöffnet sind, und lässt die Zeiten nicht bearbeiten. Steht Ihr Restaurant oder Spa auch Menschen von außen offen, kann es ein eigenes Profil mit eigenen Zeiten bekommen.
Was kosten kostenlose Buchungslinks? Für Klicks auf kostenlose Buchungslinks fallen laut Google keine Kosten an. Die Anbindung kann über den Anbieter Ihres Reservierungssystems laufen, dessen Konditionen Sie dort klären. Ein besseres Placement lässt sich nicht kaufen.
Darf ich auf meiner Website günstiger sein als auf Booking.com? Booking.com ist seit 2024 Gatekeeper nach dem Digital Markets Act, Paritätsklauseln sind damit verboten. Die Pflichten gelten seit dem 14. November 2024. Wie Sie Ihre Preise gestalten, entscheiden Sie selbst. Dies ist keine Rechtsberatung.
Darf der Link zur Speisekarte auf einen Lieferdienst zeigen? Nein. Laut Googles Richtlinien darf der Link nicht direkt zu einem Bestell- oder Lieferdienst eines Drittanbieters führen. Bestellungen über Partner erscheinen im Profil als eigene Bestelloption.
Was tun gegen eine Bewertung von jemandem, der nie bei uns war? Rügen Sie beim Portal, dass kein Gästekontakt bestand. Nach dem BGH genügt diese Rüge grundsätzlich, damit das Portal prüfen muss. Dies ist keine Rechtsberatung, in hartnäckigen Fällen hilft ein Anwalt.
Wie viele Fotos braucht ein Profil? Google empfiehlt für Hotels mindestens drei Fotos der beliebtesten Zimmer und mindestens eines je Gemeinschaftsbereich, für Restaurants mindestens drei Fotos von Speisen und Getränken. Wichtiger als die Zahl ist, dass die Bilder aktuell sind.
SEO für Hotels und Gastronomie heißt: Profile nach Googles Regeln führen, Speisekarte und Ausstattung überall gleich halten, Buchungswege ohne Umwege bauen und Bewertungen ohne Tricks sammeln. Sie möchten wissen, wo Ihr Haus heute Gäste an Portale abgibt? Dann sprechen Sie mit uns.

