
Titelbild: KI-generiert
Das Wichtigste in Kürze |
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✓ Ein gutes SEO-Reporting zeigt, was geliefert wurde, was es bewirkt hat und was als Nächstes folgt. Eine Liste erledigter Aufgaben ohne Vergleich zum Plan ist noch kein Bericht. |
✓ Search Console und Analytics zählen verschieden. Laut Google sollen die Trends übereinstimmen, die Summen nicht. Ein guter Bericht erklärt die Abweichung, statt eine der beiden Quellen zu verschweigen. |
✓ Seit November 2025 trennt die Search Console Marken- und Nicht-Markensuchen per Filter, seit dem 31. August 2026 gibt es einen eigenen KI-Bericht. Beides gehört in den Bericht, mit seinen Grenzen. |
✓ Die Search Console speichert nur 16 Monate. Wer längere Zeitreihen braucht, muss Daten sichern. Konten und Daten sollten auf Ihr Unternehmen laufen, nicht auf den Dienstleister. |
Für denselben Monat meldet die Search Console mehr Klicks aus der Google-Suche, als Analytics organische Sitzungen zählt. Die Agentur zeigt die eine Zahl, das Controlling die andere, und im Termin geht eine halbe Stunde für die Frage drauf, wer recht hat. Ein gutes SEO-Reporting beantwortet solche Fragen, bevor sie gestellt werden.
Wir beschreiben, was in einen Monatsbericht gehört, aus welchen Quellen die Kennzahlen stammen, wo deren Grenzen liegen und was sich seit 2025 in der Search Console geändert hat. Welche wenigen Zahlen die Unternehmensführung braucht, steht in unserem Beitrag SEO für Geschäftsführer. Hier geht es um den Bericht selbst. Stand: 4. Oktober 2026.
Was soll ein SEO-Reporting leisten?
Drei Dinge: Rechenschaft über die Arbeit, eine Grundlage für die nächste Entscheidung und eine Frühwarnung, bevor ein Rückgang im Umsatz ankommt.
Rechenschaft ist der leichteste Teil, weil sich Tätigkeiten mühelos auflisten lassen. Aussagekraft bekommt diese Liste erst im Vergleich mit dem, was für den Monat geplant war. Ohne diesen Vergleich sieht jeder Monat nach Fortschritt aus.
Steuerung heißt, dass aus dem Bericht eine Handlung folgt. Ein Thema bekommt mehr Aufmerksamkeit, ein anderes wird zurückgestellt, ein technischer Punkt wird vorgezogen. Ein Bericht, aus dem nichts folgt, war teuer und nutzlos.
Frühwarnung fällt am leichtesten unter den Tisch. Sie verlangt, dass auch Zahlen im Bericht stehen, die gerade schlecht aussehen. Ein Bericht mit zwölf guten Nachrichten im Jahr hat diese Aufgabe gestrichen.
Bei uns gehören deshalb Monatsbericht und Monatsgespräch zusammen. Der Bericht liefert die Zahlen, im Gespräch geht es um die Folgen. Wie ein Betreuungsmonat insgesamt abläuft, beschreibt unsere Seite zur SEO-Betreuung.
Welche Bausteine gehören in einen Monatsbericht?
Sechs Bausteine reichen, in fester Reihenfolge und jeden Monat gleich aufgebaut. Eine Norm dafür gibt es nicht. Diese Struktur halten wir für sinnvoll:
Einordnung in Sätzen: was passiert ist, was es bewirkt hat und welche Entscheidung ansteht. Diese halbe Seite ist der wertvollste Teil des Berichts.
Lieferung gegen Plan: was angekündigt war, was fertig ist, was sich verschiebt und warum.
Kennzahlen im Verlauf: immer dieselben Werte, jeweils mit Vorjahreszeitraum und Vormonat.
Aufteilung: Marken- gegen Nicht-Markensuchen, dazu die Entwicklung nach Seitentypen wie Leistungsseiten und Ratgebern.
Geschäftskennzahl: Anfragen aus der organischen Suche, mit einem ehrlichen Hinweis auf die Grenzen der Zuordnung.
Plan: die wichtigsten Aufgaben der nächsten Wochen mit Terminen. Sie werden im nächsten Bericht zum Soll.
Der Vorjahreszeitraum ist der wichtigste Vergleich. Er rechnet Saisonmuster heraus, die im Vergleich mit dem Vormonat jede Bewegung überlagern. Wechselt der Bezug von Bericht zu Bericht, entsteht kein Verlauf, und im Zweifel wird jedes Mal der günstigste gewählt.
Genauso wichtig ist, was ein Bericht nicht leisten muss. Er muss nicht jeden Euro einem Kanal zuordnen, nicht jede kleine Schwankung erklären und nicht wöchentlich erscheinen. In wenigen Tagen ändert sich in der Suche selten etwas Berichtenswertes, Ausnahmen sind ein Relaunch oder ein akuter Einbruch. Auch Rankinglisten über Hunderte Begriffe erzeugen eher ein Gefühl von Vollständigkeit als Erkenntnis.

Welche Kennzahlen taugen, und wo liegen ihre Grenzen?
Jede Kennzahl beantwortet eine bestimmte Frage und hat eine Schwäche, die in den Bericht gehört. Die Übersicht zeigt, woher die Werte kommen und worauf zu achten ist:
Kennzahl | Quelle | Was dazugehört |
|---|---|---|
Klicks und Impressionen | Search Console | Daten sind in der Regel nach 2 bis 3 Tagen verfügbar, gespeichert werden 16 Monate |
Klicks ohne Markennamen | Search Console mit Markenfilter | Die Zuordnung übernimmt ein KI-gestütztes System, Fehler sind möglich |
Klickrate und Position | Search Console | Nach Property in der Regel höher als nach Seite, die Position ist ein Mittelwert |
Organische Sitzungen | Google Analytics | Abhängig von Einwilligungen und einem korrekt eingebauten Tag |
Anfragen | Analytics, Formulare, Telefon, Vertrieb | Die Zuordnung ist nie vollständig, die Methode wird einmal festgelegt |
Auftritte in KI-Übersichten | KI-Bericht der Search Console | Zeigt Impressionen, Klicks nennt die Hilfe dort nicht |
Indexierte Seiten | Bericht Seitenindexierung | Frühwarnung für spätere Einbrüche |
Sichtbarkeitsindex | SEO-Werkzeug | Als Trend und Wettbewerbsvergleich, nicht als Erfolgsnachweis |
Grundlage der Tabelle sind Googles Hilfeseiten zu Datenverzug (Quelle: Google Search-Console-Hilfe, 2026), Zählweise (Quelle: Google Search-Console-Hilfe, 2026) und KI-Bericht (Quelle: Google Search-Console-Hilfe, 2026), die Analytics-Hilfe zur Speicherdauer (Quelle: Google Analytics-Hilfe, 2026) und Googles Ankündigung des Markenfilters (Quelle: Google Search Central, 2025).
Nicht jede Suchanfrage steht in der Tabelle. Seltene Anfragen anonymisiert Google aus Datenschutzgründen. Sie stecken in den Summen, aber nicht in der Liste der Suchanfragen. Außerdem speichert die Search Console nur die wichtigsten Datenzeilen, und die Tabelle zeigt höchstens 1.000 Zeilen (Quelle: Google Search-Console-Hilfe, 2026). Wer die sichtbaren Zeilen addiert und mit der Gesamtzahl vergleicht, findet deshalb in aller Regel eine Lücke. Ein guter Bericht sagt das dazu.
Was der Sichtbarkeitsindex leistet und was nicht, erklärt unser Beitrag Sichtbarkeit steigern.
Warum stimmen Search Console und Analytics nie überein?
Weil sie Verschiedenes zählen: die Search Console Klicks in der Google-Suche, Analytics Sitzungen auf Ihrer Website. Google schreibt dazu: „Die Gesamtzahlen stimmen zwar nicht genau überein, aber die allgemeinen Trends sollten gleich sein.“ (Quelle: Google Search Central, 2026)
Die wichtigsten Gründe für Abweichungen nennt Google selbst (Quelle: Google Search Central, 2026):
Einwilligung: Lehnen Besucher die Datenerhebung ab, fehlen sie in Analytics, in der Search Console nicht.
Fehlendes Tag: Seiten ohne Analytics-Code tauchen in der Search Console auf, in Analytics nicht.
Zeitzone: Die Search Console rechnet in pazifischer Zeit, Analytics in der Zeitzone Ihrer Property. Tagesgrenzen verschieben sich dadurch.
Kanonische Adressen: Die Search Console berichtet nur über die kanonische URL, Analytics über jede Adresse mit Tracking-Code.
Bots: Analytics filtert bekannte Bots automatisch heraus, die Search Console nicht unbedingt.
Zuordnung und Technik: Beide Systeme ordnen Besuche nach eigenen Regeln zu, dazu kommen Unterschiede bei Seiten, die mit JavaScript arbeiten.
Eine feste Toleranz nennt Google nicht. Sinngemäß gilt: Kleine Abweichungen bei gleichem Trend sind kein Thema, große verdienen eine Untersuchung. Laufen die Kurven auseinander, steckt aus unserer Sicht fast immer eine konkrete Ursache dahinter, etwa ein Seitentyp ohne Tag oder eine geänderte Einwilligungslösung. Ein guter Bericht benennt sie.
Werden die Search-Console-Daten über die Verknüpfung in Analytics angezeigt, stehen sie dort erst 48 Stunden nach der Erfassung zur Verfügung und reichen ebenfalls höchstens 16 Monate zurück (Quelle: Google Analytics-Hilfe, 2026).

Wie zeigt ein Bericht Marke, Nicht-Marke und KI-Übersichten?
Getrennt, mit offengelegter Methode und mit einem Hinweis auf die Grenzen der Messung. Seit dem 20. November 2025 bietet die Search Console einen Filter für markenbezogene und nicht markenbezogene Suchanfragen, seit dem 11. März 2026 für alle infrage kommenden Websites (Quelle: Google Search Central, 2025).
Zwei Einschränkungen gehören in jeden Bericht, der den Filter nutzt. Die Einordnung übernimmt laut Google ein internes, KI-gestütztes System, und einzelne Suchanfragen können falsch zugeordnet werden. Der Filter steht nur für Properties auf oberster Ebene zur Verfügung, nicht für einzelne Verzeichnisse oder Subdomains, und nur bei genügend Impressionen. Auf das Ranking hat der Filter übrigens keinen Einfluss (Quelle: Google Search-Console-Hilfe, 2026). Wer statt des Filters eine eigene Liste von Markenbegriffen nutzt, sollte sie dokumentieren und nicht von Monat zu Monat ändern.
Die Trennung zeigt, woher Wachstum kommt. Laut Google führen Markensuchen in der Regel zu höheren Klickraten, Suchen ohne Marke zeigen dagegen, wie neue Nutzer Ihre Inhalte finden (Quelle: Google Search Central, 2025). Ohne Trennung spiegelt der Gesamtwert vor allem die Bekanntheit Ihres Unternehmens.
Für die KI-Funktionen der Google-Suche gibt es seit dem 31. August 2026 einen eigenen Bericht. Er zeigt Impressionen in KI-Übersichten und im KI-Modus (Quelle: Google Search-Console-Hilfe, 2026). Im normalen Leistungsbericht sind diese Auftritte schon enthalten: Eine KI-Übersicht belegt dort eine einzige Position, und ein Klick auf einen ihrer Links zählt als normaler Klick (Quelle: Google Search-Console-Hilfe, 2026). Eine eigene Klickzahl für KI-Übersichten nennt die Hilfe zum KI-Bericht nicht. Das sollte ein Bericht offen sagen, statt Klicks zu schätzen.
Für ChatGPT und Perplexity gibt es keinen vergleichbaren Bericht. Dort braucht es Stichproben mit festen Fragen und eine Auswertung der Besuche aus diesen Diensten.
Wer hält die Daten, und womit wird berichtet?
Die Daten sollten Ihnen gehören und länger als 16 Monate verfügbar sein. Die Search Console zeigt Daten der letzten 16 Monate. Wer den Zeitraum verlängern will, kann laut Google die Search Analytics API oder Bulk-Datenexporte nutzen (Quelle: Google Search Central, 2025). Ohne gesicherte Daten lässt sich in zwei Jahren kaum noch nachvollziehen, wie die Website vor einem Relaunch oder einem Agenturwechsel dastand.
Konten laufen auf Ihren Namen. Bei uns bleiben die Zugänge zu Search Console und Analytics auf Ihr Unternehmen eingerichtet. Endet die Zusammenarbeit, nehmen Sie Daten und Inhalte mit. Was dazu im Vertrag stehen sollte, beschreibt unser Beitrag zum SEO-Vertrag.
Auch Dashboards haben Zählfallen. Wer Berichte mit Googles Dashboard-Werkzeug baut, kennt es vielleicht noch als Looker Studio. Seit dem 16. April 2026 heißt es Data Studio (Quelle: Google Cloud, 2026). Der offizielle Search-Console-Connector kennt zwei Zählweisen, nach Website und nach URL, und eine Datenquelle kann nur eine davon nutzen. Anonymisierte Suchanfragen fasst Data Studio unter Umständen in einer leeren Zeile zusammen (Quelle: Data-Studio-Hilfe, 2026). Zeigen zwei Diagramme im selben Dashboard verschiedene Summen, kann genau das der Grund sein.
Ursachen gehören neben die Kurve. Seit November 2025 lassen sich im Leistungsdiagramm der Search Console eigene Anmerkungen mit Datum hinterlegen, bis zu 120 Zeichen lang, etwa zu einem neuen Plugin oder einem Agenturwechsel. Alle mit Zugriff auf die Property sehen sie (Quelle: Google Search Central, 2025). So steht die Erklärung für einen Knick dort, wo man sie sucht, und nicht in einer E-Mail von vor einem Jahr.

FAQ: SEO-Reporting
Wie oft sollte ein SEO-Bericht kommen? Monatlich, als Dokument mit anschließendem Gespräch. Wöchentliche Berichte lohnen sich nur in Ausnahmesituationen wie einem Relaunch. Weil die Daten erst nach 2 bis 3 Tagen verfügbar sind, kommt der Monatsbericht sinnvoll einige Tage nach Monatsende.
Warum fehlen in der Search Console manche Suchanfragen? Seltene Suchanfragen anonymisiert Google aus Datenschutzgründen, sie zählen nur in den Summen mit. Zudem zeigt die Tabelle höchstens 1.000 Zeilen. Die Summe der sichtbaren Zeilen ist deshalb kleiner als die Gesamtzahl.
Wie weit reichen die Search-Console-Daten zurück? 16 Monate. Für längere Zeitreihen müssen die Daten über die Schnittstelle oder den Bulk-Datenexport gesichert werden. Das sollte ab dem ersten Monat einer Zusammenarbeit passieren, nicht erst, wenn jemand einen Vergleich braucht.
Ist Data Studio dasselbe wie Looker Studio? Ja. Google hat Looker Studio am 16. April 2026 in Data Studio umbenannt. Anleitungen und Berichte, die noch den alten Namen tragen, meinen dasselbe Werkzeug.
Gehört der Sichtbarkeitsindex in den Bericht? Als Trendlinie und für den Vergleich mit Wettbewerbern ja, als Erfolgsnachweis nein. Er misst gewichtete Positionen für ein festes Set von Suchbegriffen, keine Klicks und keine Anfragen.
Was tun, wenn der Bericht nicht zur eigenen Search Console passt? Zuerst prüfen, ob Zeitraum, Property und Ansicht übereinstimmen. Property- und Seitenansicht zählen unterschiedlich, und der Bericht nutzt vielleicht einen Filter. Bleibt eine Lücke, sollte Ihr Dienstleister sie erklären können.
Ein gutes SEO-Reporting ist kurz, von Monat zu Monat gleich aufgebaut und ehrlich zu den Grenzen seiner Daten. Wenn Sie Ihren aktuellen Bericht gegen diese Punkte halten möchten, sprechen Sie mit uns.

